Interview zur Flagfootball WM

Seit gestern wird in Italien die Flagfootball WM ausgetragen. Eine besondere Ehre wird dabei auch uns Augsburgern zuteil, denn mit Julia als aktiver Spielerin sowie Chris als Headcoach der Damennationalmannschaft dürfen wir gleich mit zwei Spielern aus unserem Team mitfiebern. Wir haben die beiden noch vor ihrem Abflug zu einem kleinen Interview gebeten. Zum Start in den zweiten WM Tag präsentieren wir euch nun die Antworten von Julia und Chris.

Frage: Hallo und Danke, dass ihr euch Zeit für uns nehmt. Zum Start um euch besser kennen zu lernen: Wie lange spielt ihr schon Flag und wie seid ihr zu diesem Sport gekommen?
Chris: Ich spiele Flag Football seit 2004. Das verlängerte Rotationsellipsoid, auch bekannt unter dem Namen “Football”, empfinde ich als ein sehr interessantes Spielzeug und über einen Uni-Kurs konnte ich Flag Football einmal ausprobieren, dabei bin ich dann auch geblieben.
Julia: 2005 war ich zum Praktikum in Augsburg und bin über den Unisport zufällig zu flag football gekommen. Football war zu diesem Zeitpunkt für mich völlig fremd, die leute aber super , nach und nach kam dann auch das Spielverständnis

Frage: Was reizt euch an dieser Sportart?
Chris: Die Verschmelzung von Strategie / Taktik, Bewegung und das Spielen in einem gemischten Team.
Julia: Flag Football kann man im gemischten Team spielen, es gibt coole Turniere. Schnelligkeit, Bälle fangen, der Wechsel zwischen Angriff und Verteidigung machen das Spiel sehr abwechslungsreich.

Frage: Wo du schon von gemischten Teams sprichst, Julia: Im Flagfootball spielen Damen und Herren gemeinsam in einem Team. Haben reine Herrenteams nicht deutliche Vorteile gegenüber gemischten oder gar reinen Damenteams?
Chris: Auf internationalem Niveau mag das stimmen, allerdings nur aufgrund der genetischen Beschaffenheit zwischen Mann und Frau. Durch das geschickte Ausnutzen von Vorteilen der SpielerInnen kann man im Flag Football auch gegen vermeintlich stärkere Gegner gewinnen!
Julia: Klar kann ich oft nicht mit Geschwindigkeit die Situation zu meinen Gunsten entscheiden, dass macht es aber auch für mich reizvoll durch Spielverständnis und geschicktes Spielen trotzdem zum Vorteil zu kommen

Frage: Ok, das klingt interressant. Dennoch fristet Flagfootball derzeit noch immer ein Schattendasein in Deutschland. Ist dies nicht eine großes Hindernis bei der Ausübung eures Sports?
Chris: Leider ja 🙁 Es stellt sich die Frage, warum das Potential hinter der Sportart nicht erkannt wird?!
Julia: Yep, ich würden zum Beispiel viel öfter am Sonntag zum Spaß spielen. Dafür sind wir aber oft zu wenige.

Frage: Welche Eigenschaften sollte man denn mitbringen um Flag spielen zu können? Muss man zum Beispiel ein Topathlet sein?
Chris: Ein Athlet zu sein schadet sicherlich nicht 😉 Mitbringen sollte man Spaß an Sport und Bewegung sowie die Bereitschaft einmal eine neue Sportart auszuprobieren.
Julia: Neugier etwas Neues auszuprobieren, Spaß an einer Teamsportart, Fangen kann man dann schon lernen. Erfahrung z.B. in Handball oder Basketball sind auch nützlich.

Frage: Kommen wir zur WM und damit – Ladies first – zunächst zu Julia. Die Damennationalmannschaft existiert seit 2009 und seitdem bist du mit dabei. Wie hat sich die „Natio“ in diesen Jahren entwickelt?
Julia: Sowohl von den Spielerinnen als auch von Trainingsmethodik haben wir uns stark weiterentwickelt. Zunächst waren wir eine kleine Gruppe total begeisterter Mädels. Nun haben sich professionelle Trainingslager etabliert u.a. mit Videoanalyse und jedes von uns Mädels ist auf einem hohen Fitenesslevel.
Frage: Glaubst du, dass es heute schwerer ist für das Team nominiert zu werden als noch 2009?

Julia:  Ja, definitiv. Bei meiner ersten EM in Belfast waren wir noch nicht mal  zwölf Spielerinnen, inzwischen hat sich das Niveau aus meiner Sicht sehr gesteigert und die Qualifizierung läuft über Tryouts.
Frage: Als Nächstes wollen wir natürlich auch noch Headcoach Chris zu Wort kommen lassen. Chris, du hast die Damennationalmannschaft nach der WM 2012 in Kanada übernommen. Wie kam es dazu?
Chris: Nach dem Coach Martinez und Loeschke aufgrund ihrer Jugendarbeit im Verein zurückgetreten sind, habe ich die Möglichkeit bekommen gemeinsam mit Max Groß das bis dahin etablierte Team Deutschland weiter zu entwickeln.

Frage: Welche Ziele möchtest du mit den Damen erreichen?
Chris: Natürlich Europa- und Weltmeister zu werden. Allerdings möchten wir auch die Entwicklung von Flag Football in Deutschland weiter voran treiben.

Frage: Was sollte eine interessierte Flaggerin können um eine Chance zu haben in die Natio eingeladen zu werden?
Chris: Willig hart an sich zu arbeiten, bereit über sich hinauszuwachsen, Teamgeist und Spaß an Football.

Frage: Wie viel Zeit sollte eine Spielerin mitbringen, wenn sie für die Natio spielen möchte?
Chris: Ungefähr 5 Wochenenden im Sommer sowie 4 Tage für die EM / WM und natürlich persönliche Zeit für die optimale Vorbereitung auf die WM außerhalb der Trainingslager.

Frage: Diese Frage geht an euch beide. Was würdet ihr euch von der guten Fee für die Natio wünschen?
Chris: Ein hohes Maß an Selbstvertrauen und dass Flag Football populärer wird, um den Kader weiter zu verstärken.
Julia: Dass unser Quaterback Steffi dieses Jahr endlich mal zeigen darf, was sie kann nachdem sie die beiden letzten Jahre krankheitsbedingt kurzfristig ausgefallen ist und dass die Entwicklung des Teams so weitergeht.

Frage: Wenden wir uns noch kurz der bevorstehenden WM zu. Julia, für dich ist es bereits die sechste internationale Meisterschaft. Bist du noch immer nervös wie bei der ersten EM oder ist das inzwischen alles ein alter Hut für dich?
Julia: Die erste EM war eine spannende internationale Erfahrungen. Erst als wir mitspielen konnten kam auch die Nervosität mit dazu. Auf dieses Jahr freue ich mich besonders und ich bin gespannt wie wir spielen werden.

Frage: Welche Ziele habt ihr euch für die Weltmeisterschaft gesetzt?
Chris: Da die WM für einige Spielerinnen ihre Erste ist, haben wir uns als Ziel Platz 5 und besser gesetzt, von Insgesamt 12 Teams.
Julia: Platz 5 ist das Minimum, darauf habe ich schon ein Auge geworfen.

Vielen Dank für eure Geduld. Wir wünschen euch natürlich viel Erfolg und noch mehr Spaß in Italien. Wie das Turnier für die Nationalmannschaft läuft, könnt ihr hier verfolgen:

http://www.italyffwc2014.com/

 

 

 

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